Playa de la Concha

2025 Camino del Norte: San Sebastian

Als ich aufwache, fühle ich mich schon deutlich besser – na ja, zumindest besser als eine Dampflok auf ihrer letzten Fahrt. Meine Lunge pfeift zwar noch fröhlich vor sich hin, aber ich beschließe, nach einer heißen Dusche eine Runde durch San Sebastián zu drehen. Sabine braucht ihre wohlverdiente Ruhe, damit sie schneller wieder auf die Beine kommt. Ihr Kopf pocht zwar noch wie ein schlecht gelaunter Schlagzeuger, aber kaum 500 Meter weiter strahlt mich schon ein charmantes Café an.

Direkt neben der Musikuniversität gelegen, wimmelt es hier von jungen Leuten – vermutlich angehenden Rockstars oder klassischen Virtuosen. Perfekte Gesellschaft für meinen Morgenkaffee! Ich bestelle gleich zwei doppelte Espressi aus der Siebträgermaschine (weil ein einfacher einfach nicht reicht) und gönne mir zwei Tapas. Endlich! Genau das habe ich die ganze Zeit vermisst.

Frisch gestärkt schlendere ich weiter Richtung Ondarreta Beach – und dann passiert es: Diese Farben! Der goldgelbe Sand, der knallblaue Himmel – mein Gehirn kommt nicht mehr hinterher, und ein spontanes „Boooaaahhh!“ entfährt mir. Fast filmreif. Ich kraxle den Park hinauf, um mir das Ganze von oben anzuschauen, und meine Kinnlade bleibt weiterhin unten. Der Ausblick ist einfach zu gut! Ich stehe eine ganze Weile da und lasse mich von der Schönheit der Landschaft hypnotisieren.

Anschließend folge ich dem Boulevard am Meer entlang Richtung Altstadt. Fun Fact: Dieser Weg ist eigentlich der Camino del Norte, den wir in ein paar Tagen in die Gegenrichtung wandern werden – vorausgesetzt, wir fühlen uns bis dahin wieder wie Menschen und nicht wie keuchende Lokomotiven.

In der Altstadt bleibe ich plötzlich vor einem kleinen, knallroten Friseurladen stehen, der einfach zu lustig aussieht, um ihn zu ignorieren. Aus dem Inneren schallt Musik aus der Dominikanischen Republik, die stark an kubanische Rhythmen erinnert. Der Friseur – ein freundlicher Kerl mit ansteckend guter Laune – sieht mich, lächelt breit und winkt mich mit einer einladenden Geste hinein. Und was soll ich sagen? Ich fühle mich sofort wohl. Der Mann ist nicht nur ein Meister der Schere, sondern auch ein musikalisches Naturtalent: Jedes Lied, das gespielt wird, singt er lautstark und textsicher mit. Eine kleine Kostprobe seines Gesangstalents gibt’s hier im Video – pure Lebensfreude!

Nach dem kleinen Bummel durch die Altstadt und frischer Frisur mache ich mich langsam auf den Rückweg, natürlich nicht ohne noch ein paar Besorgungen zu erledigen. Essen und Trinken sind schließlich essenziell für das Überleben! Mein persönliches Highlight: Der Fund und Kauf eines Adapter von 3/4 Zoll auf 1/2 Zoll inklusive Gummidichtungen für unschlagbare 40 Cent aus einem kleinen Gemischtwarenladen. In Spanien haben die Wasserversorgungsstellen manchmal einen Halbzoll Anschluss.

Zusammengefasst: Ein Tag voller Koffein, Tapas, grandioser Ausblicke, einem singenden Barbier, einem Hauch von Jakobsweg-Romantik – und einem glücklichen Adapter-Kauf.

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